Failover-Aufzeichnungsserver

Verfügbare Funktionalität hängt vom verwendeten System ab. Die vollständige Liste der Funktionen finden Sie auf der Produktübersichtsseite auf der Milestone Website (https://www.milestonesys.com/products/software/xprotect-comparison/).

Ein Failover-Aufzeichnungsserver ist ein zusätzlicher Aufzeichnungsserver, der die Arbeit des eigentlichen Aufzeichnungsservers übernimmt, falls dieser nicht mehr verfügbar ist. Sie können einen Failover-Aufzeichnungsserver in zwei Modi konfigurieren, als Cold-Standby-Server oder als Hot-Standby-Server.

Sie installieren ausfallsichere Aufzeichnungsserver wie Standard-Aufzeichnungsserver (siehe Installation eines Failover-Aufzeichnungsservers Download Manager). Sobald Sie Failover-Aufzeichnungsserver installiert haben, werden diese im Management Client angezeigt. Milestone empfiehlt die Installation aller Failover-Aufzeichnungsserver auf separaten Computern. Achten Sie darauf, dass sie Failover-Aufzeichnungsserver mit der korrekten IP-Adresse/dem korrekten Hostnamen des Management-Servers konfigurieren. Die Benutzerberechtigungen für das Benutzerkonto, unter dem der Failover-Server-Dienst ausgeführt wird, werden bei der Installation gegeben. Dies sind:

Wird für die Verschlüsselung ein Zertifikat ausgewählt, so muss der Administrator dem Benutzer auf dem ausgewählten Zertifikate-Privatschlüssel des Failover-Servers die Lesezugriffsberechtigung geben.

Wenn der Failover-Aufzeichnungsserver von einem Aufzeichnungsserver übernimmt, der eine Verschlüsselung verwendet, so empfiehlt Milestone, dass Sie den Failover-Aufzeichnungsserver ebenfalls dafür vorbereiten, dass er eine Verschlüsselung verwendet. Weitere Informationen finden Sie unter Sichere Kommunikation und Installation eines Failover-Aufzeichnungsservers Download Manager.

Sie können bestimmen, welche Art von Failover-Unterstützung Sie auf Geräteebene möchten. Für jedes Gerät auf einem Aufzeichnungsserver können Sie vollständige, teilweise oder keine Failover-Unterstützung auswählen. So können Sie Ihren Failover-Ressourcen Prioritäten zuweisen und Failover beispielsweise nur für Video- und nicht für Audiokanäle einrichten oder Failover nur auf wichtigen Kameras haben.

Während ihr System im Failover-Modus ist, können Sie keine Hardware ersetzen oder umziehen, den Aufzeichnungsserver aktualisieren oder Gerätekonfigurationen ändern, wie zum Beispiel Speicherungseinstellungen oder Einstellungen für Videostreams.

Cold-Standby-Failover-Aufzeichnungsserver

Bei einem Cold-Standby-Failover-Aufzeichnungsserver gruppieren Sie mehrere Failover-Aufzeichnungsserver in einer Failover-Gruppe. Die gesamte Failover-Gruppe dient dem Zweck, mehrere vorab ausgewählte Aufzeichnungsserver abzulösen, wenn einer von ihnen nicht mehr verfügbar sein sollte. Sie können so viele Gruppen erstellen, wie Sie wollen (siehe Gruppieren von Failover-Aufzeichnungsservern für Cold-Standby).

Gruppen haben einen klaren Vorteil: Wenn Sie später bestimmen, welche Failover-Aufzeichnungsserver einen Aufzeichnungsserver ablösen sollen, wählen Sie einfach eine Gruppe von Failover-Aufzeichnungsservern aus. Falls die ausgewählte Gruppe aus mehr als einem Failover-Aufzeichnungsserver besteht, haben Sie zur Sicherheit mehr als einen Failover-Aufzeichnungsserver zur Ablösung in Bereitschaft, falls ein Aufzeichnungsserver nicht mehr verfügbar sein sollte. Sie können eine sekundäre Failover-Server-Gruppe bestimmen, welche die Aufgaben der primären Gruppe übernimmt, sollten alle Aufzeichnungsserver der primären Gruppe ausgelastet sein. Ein Failover-Aufzeichnungsserver kann nicht Teil mehrerer Gruppen sein.

Failover-Aufzeichnungsserver in einer Failover-Gruppe sind in einer Sequenz angeordnet. Die Sequenz bestimmt die Reihenfolge, in der die Failover-Aufzeichnungsserver einen Aufzeichnungsserver ablösen. Standardmäßig entspricht die Sequenz der Reihenfolge, in der Sie die Failover-Aufzeichnungsserver in die Failover-Gruppe aufgenommen haben: Der zuerst aufgenommene Server ist der erste in der Sequenz. Bei Bedarf können Sie dies ändern.

Hot-Standby-Failover-Aufzeichnungsserver

Bei einem Hot-Standby-Failover-Aufzeichnungsserver bestimmen Sie einen Failover-Aufzeichnungsserver, der nur einen Aufzeichnungsserver ablöst. So kann das System diesen Failover-Aufzeichnungsserver im „Standby“-Modus behalten, sodass er mit der korrekten/aktuellen Konfiguration des ihm zugewiesenen Aufzeichnungsservers synchronisiert wird und viel schneller zur Ablösung bereit ist als ein Cold-Standby-Failover-Aufzeichnungsserver. Wie bereits erwähnt, weisen Sie Hot-Standby-Server nur einem Aufzeichnungsserver zu und können sie nicht gruppieren. Sie können Failover-Server, die bereits Teil einer Failover-Gruppe sind, nicht zu Hot-Standby-Aufzeichnungsservern machen.

Validierung ausfallsicherer Aufzeichnungsserver

Um zusammengeführte Videodaten vom ausfallsicheren Server auf dem Aufzeichnungsserver zu validieren, müssen Sie dafür sorgen, dass der Aufzeichnungsserver nicht erreichbar ist, indem Sie entweder den Aufzeichnungsserverdienst anhalten oder den Computer abschalten, auf dem der Aufzeichnungsserver installiert ist.

Eine manuelle Unterbrechung des Netzwerks, die Sie dadurch verursachen können, dass Sie das Netzwerkkabel abziehen oder das Netzwerk mit einem Prüfwerkzeug blockieren, ist keine gültige Methode.

Die Funktionalität der Failover-Aufzeichnungsserver

Failover-Schritte

A failover recording server takes over from an unavailable recording server in the XProtect VMS.

Beschreibung

Beteiligte Server (Zahlen in blau):

  1. Recording Server
  2. Failover Recording Server
  3. Management Server

Failover-Schritte für Cold-Standby:

  1. Um zu prüfen, ob er läuft oder nicht, steht ein Failover-Server in ständiger TCP-Verbindung mit einem Aufzeichnungsserver.
  2. Diese Verbindung wird unterbrochen.
  3. Der Failover-Aufzeichnungsserver erfragt die aktuelle Konfiguration des Aufzeichnungsservers vom Management-Server. Der Management-Server sendet die angefragte Konfiguration, der Failover-Aufzeichnungsserver erhält sie und beginnt dann anstelle des Aufzeichnungsservers mit der Aufzeichnung.
  4. Der Failover-Aufzeichnungsserver und die relevante(n) Kamera(s) tauschen Videodaten aus.
  5. Der Failover-Aufzeichnungsserver versucht kontinuierlich, die Verbindung mit dem Aufzeichnungsserver wiederherzustellen.
  6. Wenn die Verbindung zum Aufzeichnungsserver wiederhergestellt ist, ruft der Aufzeichnungsserver während seiner Ausfallzeit gegebenenfalls aufgezeichnete Videodaten ab und führt sie in der Datenbank des Aufzeichnungsservers wieder zusammen.

Failover-Schritte für Hot-Standby:

  1. Um zu prüfen, ob er läuft oder nicht, steht ein Hot-Standby-Server in ständiger TCP-Verbindung mit dem zugewiesenen Aufzeichnungsserver.
  2. Diese Verbindung wird unterbrochen.
  3. Der Hot-Standby-Server kennt die aktuelle Konfiguration des zugewiesenen Aufzeichnungsservers bereits und beginnt an seiner Stelle aufzuzeichnen.
  4. Der Hot-Standby-Server und die relevante(n) Kamera(s) tauschen Videodaten aus.
  5. Der Hot-Standby-Server versucht kontinuierlich, die Verbindung mit dem Aufzeichnungsserver wiederherzustellen.
  6. Wenn die Verbindung zum Aufzeichnungsserver wiederhergestellt wurde, kehrt der Hot-Standby-Server in den Hot-Standby-Modus zurück und der Aufzeichnungsserver erhält (ggf.) Videodaten, die während der Ausfallzeit aufgenommen wurden. Diese werden in seiner Datenbank zusammengeführt.